Logbuch des Künstlers
Pustekuchen

…zur Feier des Tages:

am 26.6.15 ab 15.30 Uhr wird die Tunnelblick Erweiterung um die Arbeit „Blutenkinder“ in der Lortzingstraße 26 Ihre Einweihung finden. Beim Tag der Offenen Tür des Kinderwunsch Centrums. Das Projekt ist durch die Leitung der Klinik zustande gekommen. Für das Vertrauen von Dr. Klaus Fiedler und seiner Frau, mir freie Hand bei der Ausarbeitung zu geben, möchte ich mich an dieser Stelle bedanken.

So konnte mit „Blutenkinder“ eine Arbeit mit besonderer Konzeption entstehen: Die Komposition verläuft über zwei Hauptwände und führt dann weiter über 9 Säulen. Durch die Brüche zwischen echtem Raum und Malerei bekommt die Arbeit in der Wahrnehmung den Charakter einer Bewußtseinsebene, die mit der Realität ringt. Und auch in der malerischen Ebene ringen Eindrücke miteinander. Geburt spielt eine Rolle, Musik und Spiel und auch die harten Fakten ferne scheinender Realitäten, die Bilder im Fernsehen, der Ärger im Paradies… Der Geist der Röhre wuchert also wie Wildwuchs in nächster Nähe zum „Tunnelblick“, im öffentlich begehbaren und auch von Anwohnern und Fußgängern gut genutzten Eingangsbereich der Klinik.

Wenn Ihr Lust habt Euch das bald einmal anzuschauen, kommt gerne vorbei.

Blutenkinder

…das ist eine schöne Auftragsstellung:

„den Tunnel um ein Stück auf der Südseite zu erweitern, als ob der Tunnelblick-Wildwuchs Samen gesäht hätte, die jetzt an neuer Stelle austreiben. Die Umsetzung ist dem Künstler überlassen.“

Diese Arbeiten tragen jetzt erste Blüten auf den Wänden im Durchgangshof zwischen Ernsberger und Lortzingstraße beim Kinderwunsch Centrum.

Anbei ein erster Einblick.

im Ebenböckhaus

Um ehrlich zu sein hatte ich nicht damit gerechnet: das gute Wetter war verlockend und in unmittelbarer Umgebung lockte die Eröffnungsfeier der Pasiner Kulturtage mit munteren Programm. Um so überraschender (und erfreulicher) war dann das rege Interesse an der Präsentation vom Tunnelblick Dokumentarfilm des Knisterfilm-Teams um den Regisseur Nils Strehlow und seinem Kameramann Matthias Obermeier. Das Ebenböckhaus war voll besetzt mit gut gelauntem und wirklich an der Materie interessiertem Publikum. Vielen Dank dafür an alle Besucher und für die spür- und sichtbare Arbeit des Filmteams!
im Ebenböckhaus

Blick in die Veranstaltung im Ebenböckhaus

Auch die Rundgänge im Tunnel waren gut besucht und die Malaktion hat meine Beteiligung an den Kulturtagen stimmig abgerundet. Allerdings muß ich zugeben, daß ich während des gesamten Wochenendes schon eine laut pochende Ader in den Falten meines Hirns vernehmen konnte, denn die Zeichen stehen auf Sturm: das Gerüst an der Wand in der Bäckerstraße ist aufgestellt und das nächste große Wandprojekt aus der Public Viewing-Serie, Randbreite, steht in den Startlöchern. Wohl gegen Ende der Woche beginnt das erste Vorzeichnen, ab der darauf Folgenden dann auch wieder das Miteinbeziehen von Interessenten und Passanten. Auf Euren Besuch und Eure Unterstützung durch Beteiligung würde ich mich sehr freuen…

Pasinger Kulturtage

Heute ist richtig was geboten in der Röhre. Bei den Pasinger Kulturtagen gibt es Rundgänge vom Rüdiger und mir durch den Tunnel mit Einführungen in die Motive und den Entstehungsprozess. Jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag sind drei solcher Treffen am Tunnel geplant, um: 12.00, 13.00 und 14.00 Uhr. Zudem wird heute Abend im Ebenböckhaus noch einmal die Dokumentation von Knisterfilm über das Tunnelblick Projekt gezeigt. Und abgerundet wird das Programm noch von einer Livemalsession, die ich Rahmen der Veranstaltung im Stadpark gestalten werde. Am Samstag und Sonntag von 15.00Uhr bis open end. Wäre schön, wenn wir uns über den Weg laufen…

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Besuch vom VHS-Kurs

Gestern kam es nach der langen Schlechtwetter-Phase mal wieder zu einem netten gemeinsamen Rundgang durch den Tunnelblick. Ulrike Turner, vom Vorstand vom Kulturforum West hatte den Rundgang für ihren VHS-Kurs „Aktueller Vormittag“ organisiert. Wir sind gemeinsam durch den Tunnel gelaufen und die interessierten Besucher haben sich von mir Einblicke in die Bildwelten schildern lassen. Nette Runde! Ein vorbeifahrender Passant, der laut eigenen Angaben ein großer Fan der Arbeit im Tunnel ist, meinte dazu: Jeder Künstler braucht seine Groupies…dem ist nichts hinzuzufügen… Beste Grüße

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Kreuz und Quer

am Freitag, den 23.01.15 habe ich auf Einladung die Redaktion von Kreuz und Quer in der Pasinger Fabrik besucht. Im Moment arbeitet das Haus an einem virtuellen Pasing-Stadtplan für Kinder und Jugendliche, auf dem Hotspots, wie Eisläden, Sport- und Spielplätze, Rodelberge, so wie eben auch die Bibliothek und interessante Kunstwerke verzeichnet sind. Und zu letzteren zählte das Team erfreulicher Weise auch meine Arbeit im Tunnel, weshalb es zu diesem Treffen samt Interview kam. Die journalistische Arbeit bersorgten Alina, Lukas und David dabei äußerst routiniert und sie stellten wirklich gute Fragen, die dem Leser später sicher ansprechende Eindrücke in die Entstehung, den Verlauf, meine Arbeitsweise und Erlebnisse während des Tunnelblick Projekts vermitteln werden: es war ein rundum nettes und witziges Gespräch. Mein Dank gilt dabei auch Conny Beckstein vom Kindercafe, mit der ich zusammen einen workshop Malerei für Kinder im Sommer im Ebenböckhaus plane. Merci und auf bald, Kreuz und Quer…

Redaktion  

empathische Gedankenreise

vor ein paar Tagen hat mich dieser, wie ich finde, sehr spannende Text, über meine Arbeit im Tunnel erreicht. Seine sehr eigene narrative Herangehensweise und seine intensiven Auseinandersetzung mit der Materie gefällt mir so gut, daß ich ihn euch, auch in voller Länge, nicht vorenthalten möchte:

Montag, 15. Dezember 2014

Tunnelblick (Protokoll eines Ortstermins)

Als mich ein alter Bekannter (einer der Art, die man immer mal zufällig trifft, bis man beschließt endlich mal was zu machen) neulich zur Entlangführung seines neuesten Werkes, samt Erklärung und Erheiterung einlud; konnte ich diesem Teil des wunderbaren, einzigartigen Abends nicht folgen, weil ich gezwungen war meine Eindrücke in Echtzeit auf knapp hundert Metern in mein Handy zu hacken. Für meine Generation ist das noch etwas Befremdliches, für mich nicht mehr. Spontaneous Stream of Conscience Combustion. Darin war ich leider so vertieft, dass ich (glaube ich) eine andere alte,lang verschollene Freundin nicht erkannt habe, obwohl wir uns sogar kurz unterhielten. Naja, unterhalten…Ich habe kurz höflich genickt und wieder in mein Handy gestarrt. Auf der Heimfahrt quälte mich dann so ein Widerborst im Kleinhirn: Die kennst du doch! Dafür bitte ich demütigst um Verzeihung, hoffend: Beim nächsten Mal treffen wir uns in der U-Bahn. Aber ich konnte da nicht raus, weil:

—Tunnelblick. Phänomen der Perspektivlosigkeit.

Gewöhnlich bezeichnet man damit eine auswegslose Konzentration auf einen Punkt, eine Sache, ohne nach links und rechts zu schauen, jenseits von Vernunft oder Horizont. Das kommt dem Ganzen nahe. Ein Mensch steht monatelang, tageintagaus an einer Wand, stets nur einen Punkt vor sich, dem er sich widmet und links und rechts gibt es zwar Portale zur Außenwelt, aber die nimmt man nur wahr, um morgens zu kommen, abends zu gehen und dazwischen wenn einem das stetige pätschern der Würm im Rücken zu viel wird. Weil man soachen muss, wie ein Ross. Der aus dem exotischen Sendling zuagroaste Pasinger Künstler Martin Blumöhr hat diesen Tunnelblick neu definiert. Ihn mit Weite gefüllt, seinen Horizont erweitert. Er hat einen Unort, den man nur betritt, wenn man auf die andere Seite will, den Schritt beflügelt vom Donnern der Züge, die den viertgrößten Bahnhof Bayerns frequentieren. Er hat im Auftrag der Bürgerschaft Pasings diesen Unort mit dem Geist des Ortes erfülllt. Von Anfang bis Ende. Über eine Gesamtlänge von 90 (oder so) Metern erstreckt sich nun eine psychedelische Lüftlmalerei entlang der zweispurigen Radltransitstrecke, in dreimonatiger, mühseligster Fitzelarbeitn auf Steinwand gebannt. Es ist schwer zu fassen, das Werk. Seine zusammengesampelten Bausteine untrennbar, sie fliessen der Würm entgegen. historisch wohl gesehen, in der räumlichen Realitat des Künstlers angeordnet. Dass Grafitti oide Pasinger, Künstler, Touristen, Arbeiteitsgäste, Druffis, Kinder,Archivare, Offizielle gleichermaßen anspricht und an diesem – jetzt – Ort zusammenbringt, liegt an dem unglaublichen Spektrum, das sich hier, für jedem gleichsam, auftut. In diesem Pandaemonium findet jeder ein Trumm. Detailverliebt widmet sich B. jedem Aspekt tiefgehend und gleichwertig, er hat geschaut, zugehört, recherchiert, Passanten und Schaulustige eingebaut, auch Lieder, die man für ihn gespielt hat. Nachbarn brachten Essen, Spaziergänger blieben stehen. Einige kamen amoi schaung wos des is do. Und es gibt was zum Schaung. Mit der Blutenburg beginnt er, vor der im Mittelteralter getanzt wird, wohl Hochzeit gefeiert, Schwänen gehuldigt, dann einige Manner Hoibe saffan. Einer kommt wohl vom Isi in der Sonnenstrasse, nachdem sogar der Sperrstund hat. Excess an diesem beschaulichen Ort ist gar nicht so befremdlich für den, der das allsommerliche Weinfest dort einmal besucht hat in der guten alten Zeit (den 90ern). Mittlerweile wird es gut beschützt von grünen Hundertschaften, wenn die Geldigen in historischem Ambiente ihren Schoppen verkosten. Eigentlich ist man jetzt noch in Obermenzing, doch die Reise beginnt. Noch ist es recht sittsam, doch spätestens am Bahnhof wird es wild. Der Wahnsinn fahrt Bahn in Form von Pendlern; nach München, Paris, Budapest und Wien ist man angebunden im Berufsverkehr. Außer die Bahn kommt nicht. Eine stolze Stadt war man seit jeher gewesen, wie der oide Pasinger weiss, bevor Hitler einkassiert hat mit dem Ziel seine Hauptstadt der Bewegung in Richtung Million zu mästen. Das vormalige Geschmier hat die Oidn wohl kaum so interessiert, wie die heimatlichen Details, die sich hier tummeln. Krankenhaus, Kirchen, Bürgerhäuser, Künstlerkolonie, Gründerzeitwalmdach, der kleine Markt, es war scho schee, aber wird nicht kitschig! Genausowenig wie sich B. schmeichelt, wenn er sich selbst hineinmalt, wie er das Bild malt (eher zitiert er dabei manierlich die alten Tags einen Moment lang, kurz bevor er sie verschwinden lässt, sorry for crossing, so wenig schmeichelt er Pasing, wenn apokalyptische Neubauten,Wohnblocks, Konsumhorden, einen urbanen Wahn heraufbeschwören, der den Ort unweigerlich zu Submünchen macht. Doch das ist wellenförmiges Kommen und Gehen. Mit feinem Strich setzt er Maibäume dazwischen, die Kunst der Pasinger Fabrik (dann wieder ein Fabrikling, Kind im Jugendalter der Industrialisierung). Im Freibad spielen Kinder und auf dem Spielplatz OGs, fleißige Handwerker, der Aloisius sieht sie alle von seiner Wolke. Prost, Dionysos. Fratzen, verzogen vom Künstlerschmerz, Gsichtschwammerln, wie sie wohl nicht (mehr) in der Aubinger Lohe wachsen. Alte Dampflok: fein wie Gravur, Hexenschuss! Legendäre Knedlflak, oben mäandert Minuskel im Tango mit Tags, Manche wohl noch aus den Achzigern. Da lateinert Stadtgründung, flow’d beurkundlicht zwiefacher, mittags. Agnes Bernauer: bevor sie in den Fluss geschmisse. Ein Märchen, ein Traum, eine Rundreise durch die Raumzeit der Suburbs, Kupferstich, in of the Court of the Crimson King. Kirchenmalerisch hat er diese Wand behandelt, samt Freilegung alten Putzes und Herztransplantation. Am Anfang der Arbeit noch ideenlos steht wirbelndes Chaos, lang gelernte vertraute Formen aus dem Handgelenk. Dann kommen die Bilder, die Erinnerungen, dann die Geschichten. Am End steht eine Kunst, die nicht in ein Museum gehört, sondern unter’d Leit.—

Zum Nachvollziehen (Ersetzt nicht Hinfahren und Anschauen).
Text ist weitestgehend in Originalzustand, nur etwas zurechtgerückt und mit Umlauten und Komposita versehen).
 
kleine Anmerkung von mir dazu noch:
mehr vom Autor  Max Aggropop findet ihr auf seinem Blog
http://deraggroblog.blogspot.de/
Vielen Dank für die intensive Auseinandersetzung mit meinen Welten…
 

Martin Blumöhr: Tunnelblick – die Dokumentation

…nach der gelungenen Präsentation der Dokumentation auf der BASSart gibt es jetzt den Film in Pasing im Cantina zu sehen. Ich freue mich sehr, wenn ihr vorbeischaut…

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Zur Bassart

Dokumentation Bassart

Berge von Mist gehortet die letzten Monate, seit gestern darin Unkraut gejätet – Land in Sicht …

Dafür wenig Schlaf abbekommen, vielleicht leg ich mich noch mal kurz in die Kiste? Verschnupft bin ich auch sauber. Ab heute nachmittag geht`s dann auf jeden Fall auf die Bassart zum Livemalen und der Tunnelblick-Dokumentations Premiere vom Knisterfilm-Team. Bin wirklich gespannt was die Jungs da zusammengeflickt haben, gezeigt ham sie es mir vorab nicht – vielleicht ein total Verriss? Pickliger Pinsler penetriert Pasinger Passanten per Palettenmißbrauch (Zufällig entstandene Alliteration)? Wäre auch spannend …

Auf jeden Fall ein gepflegtes Hosenrunterlassen vor (hoffentlich) breitem Publikum. Könnte zudem ein guter Grund für wenig Schlaf sein … Aber wie denn nun? Besser mit ner Mütze Schlaf oder schlaftrunken mit Rotznase? Bis heute Abend, ich freu mich, wenn ihr auch kommt. Die harten Fakten noch einmal im Anhang. Servus einstweilen, MB

Tunnelblick meets BASSart

Das Filmteam knisterfilm präsentiert die Dokumentation zum Kunstprojekt knisterfilm präsentiert mit „Tunnelblick“ das gleichnamige Projekt des Künstlers Martin Blumöhr. Der Regisseur Nils Strehlow und Kameramann Matthias Obermeier zeigen einen sehr persönlichen Blick über die Schultern des Künstlers und die Entstehung des Projekts Tunnelblick, bei dem Martin Blumöhr in einem Zeitraum von knapp drei Monaten eine fast 100 Meter lange und 2,50 hohe Wand im Tunnel am Hermann-Hesse-Weg in Pasing gestaltet hat. Weitere Informationen zur BassArt unter: www.bassart.org Dokumentarfilm Tunnelblick Premiere der Dokumentation: Freitag, den   7.11.14  um 19.30 Uhr Weitere Termine Samstag, den 8.11.14  um 19.30 Uhr

Zudem freut uns sehr, dass der Film auch in der Bar Cantina der Pasinger Fabrik gezeigt werden wird, am Mittwoch, den 19.11.14 um 19.00 Uhr.

 

Alle Tunnelblick-Fans und -Freunde sind herzlich eingeladen!

Impressionen der Einweihungsfeier

Eroeffnungsfeier-Tunnelblick Impressionen 2

Einweihungsfeier am 11.10.2012 mit Christian Ude, Alt-OB, und Dr. Herbert Melchior, Stv. Leiter Baureferat

…beim Schichtl

es ist so weit: der mobile Einsatzwagen steht bereit, das Fest ist verpackt, es kann losgehen! Natürlich blicke ich gespannt auf die Ereignisse morgen. Und ebenso natürlich geht einiges schief bei der Planung und Vorbereitung. Der Reporter von 94.5, der mich interviewt hat, hat zum Beispiel den Tag durcheinander gebracht und die Leute schon heute zur Veranstaltung geladen….Natürlich habe ich ihn bescheid gegeben und so konnten die Redaktion das wohl noch berichtigen. Hoffentlich haben sich nicht trotzdem einige verfrüht auf den Weg gemacht…Aber das meiste sollte passen: die KVR Auflagen erfüllt, Auto organisiert, beim Kulturreferat Material besorgt, Quiz mitgeplant, eingekauft, Straßenschilder besorgt, Schilder gemalt, ein rotes Ohr hertelefoniert etc. Nachat schaug ma amoi Partymobil

Letze Informationen vor der Einweihung

Die Durchfahrt duch den Tunnel am Hermann-Hesse-Weg ist von 14:00-24:00 Uhr NICHT möglich, da der Tunnel von der Polizei gesperrt wurde. Radfahrer werden gebeten, über den Wolkentunnel oder den Tunnel entlang der Pippinger Straße auszuweichen. Während der Veranstaltung können die Toiletten des Restaurants Cantina in der Pasinger Fabrik und des Wasserpumpenhauses kostenfrei genutzt werden. Vielen Dank den Restaurantbesitzern!
…es ist geschafft, das Bild ist fertig gestellt! Die letzten Details sind eingefügt. Darunter Elisabeth Winter, die Frau des Knödelschützen, die rasende Reporterin und Kultur-Riesin Gudrun Koppers-Weck im Himmel beim Wolkenputzen. Dazu die Schrift vollständig ausgeführt. Gestern kam mich Louis aus der Redaktion von 94,5 besuchen. Heute läuft das entstandene Interview samt Einladung zur Einweihung. War ein gutes Gespräch, danke dafür. Im Moment plagen mich noch die Planungsdetails, die Organisation des Fests in diesem kurzen Zeitraum ist schon eine (schöne) Aufgabe. Aber ich bin zuversichtlich es wird wohl a bisserl chaotisch, aber uns trotzdem allen Spaß bereiten… das Ende

Spontane Helfer

Im Moment laufen die Vorbereitungen für die Einweihung auf Hochtouren. Und während dieser Planungen erfahre ich wirklich wunderbare Momente: viele interessante Menschen durfte ich während meiner Arbeit im Tunnel kennenlernen. Unbenannt(1) Unter Ihnen auch Hanno Deckert aus dem Restaurant Cantina aus der Pasinger Fabrik, dem das Projekt so gut gefällt, daß er sich genialer Weise spontan entschlossen hat, die Einweihung zu unterstützen und mit mir die mobile Bar des Restaurants am Samstag aufzubauen. Zudem stiftet er die Einnahmen der Getränke zum großen Teil dem Tunnelprojekt, um die Festkosten abzufedern, weil er Augustiner als Sponsor für uns gewinnen konnte. Dann ist da auch der Veranstaltungstechniker Oliver Künzner aus dem Haus TS7 mit seinen sehr, sehr netten, hilfsbereiten und toleranten Bewohnern, der maßgeblich Licht und Ton mitorganisiert und bei der Feier ehrenamtlich diese Aufgaben betreuen wird. Und natürlich wieder mittendrin und Fels in der Brandung, Rüdiger Schaar, der an allen Punkten mihilft und einiges an Zeit opfert, um zu einem guten Gelingen beizutragen. Vielen Dank für diese tolle Unterstützung! Es wird sicher ein schönes Fest. Vielleicht ein wenig chaotisch, aber mit Sicherheit ein Spaß.

Termin zur Einweihungsfeier von Tunnelblick

an dieser Stelle erst einmal vielen, lieben Dank an die lieben Menschen, die das Tunnelprojekt und damit meine Arbeit mit Ihrer Spende unterstützt haben, unterstützen und vielleicht noch unterstützen werden. Wir können eure Hilfe sehr gut gebrauchen und es wäre toll, wenn sich auch weiterhin noch Sympathisanten meiner Malerei zur aktiven Anteilnahme entschließen würden. Jetzt aber zum noch angenehmeren, wichtigsten Punkt des Tages: der Termin und sogar auch schon das Programm der offiziellen Einweihung stehen fest:

Beginn ist am 11.10.14 ab 15.00 Uhr

Für die Eröffnungsreden haben wir renommierte Redner gewinnen können, wovon mich persönlich besonders der Besuch von  Alt-Oberbürgermeister Christian Ude und von Dr. Herbert Melchior,  Stellvertretender Leiter des Baureferats, freut. Zudem stellt das Programm, eine anarchisch-munter gemischte musikalische Synergie, die wild wie Rüben durch den Tag wachsen wird, einen wunderbaren Rahmen dar, der gut zu meinen Bildwelten passen wird. Ich freue mich auf euer Kommen und ich hoffe, dass wir Pasing einen schönen Tag bis nachts gemeinsam feiern können. Bis dahin heißt´s noch mal, auf geht´s und die Ärmel hochkrempeln. An diesem Wochenende schließe ich die letzten Detailsab , unter anderem die lateinische Schrift der ersten urkundlichen Erwähnung Pasings (entnommen aus den Traditionen des Hochstiftes Freising – erhalten aus dem bayerischen Staatsarchiv)) und mit einer Szene mit der kürzlich verstorbenen gute Seele des kulturellen Pasings,  Gudrun Koppers-Weck.Tunnelblick Einweihung

Ende der Grauzone

Es gibt wieder Neues zu berichten. Am Dienstag gab es einen netten Besuch einer 11. und 12. Klasse des Adolf-Weber-Gymnasiums mit kleiner Führung. Zudem habe ich Reproduktionen des Textes der urkundlichen Ersterwähnung Pasings aus dem bayerischen Staatsarchiv (Auszüge aus den Traditionen des Hochstiftes Freising) in größeren Format organisieren können, so daß an diesem Wochenende der Gestaltung der Schrift nichts im Wege steht. Und auch ein paar andere Details werde ich noch einfügen: es steht also das letzte Wochenende mit gestalterischen Aufgaben am Bild im Tunnel bevor! Und GANZ WICHTIG: DER TERMIN FÜR DIE EINWEIHUNGSFEIER STEHT FEST!!!! Genaueres dann morgen. Besuch der kleinen Dame

Der Termin für die Einweihungsfeier steht bald fest!

Tunneltöne

Gestern gab es eine kleine Tunnelblick-Unterbrechung, wo im Moment noch kleinere Details, die lateinische Inschrift als abstrahierende Ebene und als Abschluss zur Wand fehlen. Diesmal also Malen an der Oberfläche ohne Wasserschäden etc. und mit reichlich Sonnenschein und kurzer musikalischen Begleitung von der großartigen Elsie Marley in der Sendlinger Straße beim Parking Day. Lange konnte ich nicht bleiben, trotzdem hat es zu einer kleinen Zeichnung gelangt. MB Parking Day 2014

Danach war dann die „Töne im Tunnel“-Veranstaltung, bei der die Alphornbläser den Tunnel in sphärische Welten tauchten. Dabei wirkte der  Tunnel wie eine Art Verlängerung der Hörner. Eine einzigartige akkustische Klangerfahrung, bei der sich die Töne wie das Wachs in einer Lavalampe in die Länge zu ziehen schienen, plötzlich gewaltig  anschwellten und dann nachbebend in der Röhre ausliefen. Durch die effektvolle Beleuchtung des Abends durch Jo Hübner, den Licht- und Tontechniker der Pasinger Fabrik, gewann der Tunnel eine atmopsphärische Dichte, die auch in meiner Malerei eine zusätzliche Spannung erzeugte.

Was in mir den bereits vorhandenen Wunsch an die Stadt vestärkt hat, im Tunnel dauerhaft ein besser ausleuchtendes Licht zu installieren, weil das Derzeitige etwa die Hälfte der Arbeit in Schatten taucht und zudem in den frühen Abendstunden noch weiter heruntergedimmt wird. (Da es mehrere, ähnliche Gedanken aus dem  Bezirksausschuss und seitens der Stadt dazu gegeben hat, mache ich mir ernsthafte Hoffnungen, dass da noch etwas passiert.) Auf jeden Fall war es trotz Gewitters ein sehr gelungener Abend für die Musiker. Und auch ich durfte mich über einige Komplimente zur Arbeit freuen.

Sobald der Termin für die Einweihungsfeier von Tunnelblick feststeht, für deren Einführungsrede Leiterin des Baureferat Rosemarie Hingerl, und den Alt-OB Christian Ude gewonnen werden konnten, seid ihr natürlich herzlich eingeladen und ich würde mich narrisch freuen, wenn ihr reinschaut und mit mir den Abschluss der Arbeit feiert. Den Termin gebe ich hier, sobald wie möglich, bekannt.

Vincent mit Horn

Abschied

Die letzten Tage steht der Fortschritt der Arbeit ein wenig im Schatten der ersten Schulwoche meines Sohnes Vincent. Trotzdem geht es weiter voran, die Sockelleiste, die wir angebracht haben, um das Wasser kontrolliert ableiten zu können, ist ausgestaltet und in die Arbeit integriert, kleine Details habe ich hinzugefügt, wie die Rolling Stones-Zunge beim Hund Mick und die Fahnen bei den Gastarbeiter-Dachdeckern. Zudem waren heute drei Schulklassen aus der Realschule Blutenburg bei mir zu Besuch, die den Zweig Kunst gewählt haben. Ich glaube, die kleine Einführung in meine Arbeit hat ihnen Spaß gemacht. Die erste Klasse hatte außerdem das Glück,  Elisabeth Winter, ein ausgesprochenes Pasinger Original und Frau des Knödelschütz, dessen Abschussmanövern sie damals auch die Munition geliefert hatte, anzutreffen, die sogleich wunderbar die Geschichte noch einmal aus Ihrer Sicht zum Besten gegeben hat. Danke dafür und schöne Grüße. Leider gibt es auch traurige Nachricht. Frau Gudrun Koppers-Weck, langjährige Vorsitzende des Kulturforums München-West und als solche Initiatorin und gute Seele vieler Pasinger Kulturveranstaltungen, ist letztes Wochenende von uns gegangen. Auch das Projekt Tunnelblick wurde von ihr mit ins Leben gerufen, dadurch, dass sie die Gestaltung des Hermann Hesse Tunnels angestoßen hatte. Einige Male ist sie dann auch in den letzten Wochen vorbeigekommen, um sich ein Bild des Entstehungsprozesses zu machen. Es tut mir sehr leid, daß ich ihr die fertige Fassung nicht mehr habe vorführen können, es hätte ihr sicher Freude bereitet. Mein Herzliches Beileid an die Familie, Freunde und Kollegen. Besuch Realschule Blutenburg IMG-20140918-WA0004
Endspurtschild Ein fast wehmütiger Blick am gestrigen Abend: das Projekt neigt sich bald der letzten Woche zu, diese Sperre gehört dann der Vergangenheit an. Die Komposition der Historie integrieren, mit der  lateinischen Schrift überschreiben, Spezialfirnis auftragen, fertig.

WeSt.Groovy

…und heute noch, wie versprochen, nachgereicht: das Video vom wunderbaren Auftritt von WeST.Groovy im Tunnel. Schöne Momente. Meine Lieblingsballade von den Stones, dicht gefolgt von „Tell me“.  Vielen Dank auch für die tollen, ersten Spendeneingänge. Eure Unterstützung freut mich sehr, hoffentlich entschließen sich auch noch einige Weitere es euch gleich zu tun. Weiter geht`s heute im Tunnel mit dem historischen Part. Es gibt eine Nachtsession mit Dreh von Knisterfilm. Wichtig ist auch, daß  die Einweihungsfeier verlegt wird, den neuen Termin lasse ich euch so bald wie möglich wissen…

ein schöner Motivationsschub

Das möchte ich gar nicht verhehlen…zwischendurch muß ich mittlerweile manchen Tags ganz schön um Kraft ringen, um wieder in den kreative Prozess eintreten zu können. Heute ist das nicht so. Nachdem ich gestern ausgiebig an der Schraffur der Dampflokomotive gesessen bzw. gekniet bin, die den historischen Bahnhof, sozusagen als Epizentrum des heutigen Pasings, betonen soll, und danach ziemlich erschlagen ins Bett getorkelt bin, beginnt der Tag heute mit einer schönen Inspirationsquelle: dem Gefühl das meine Arbeit von jemanden wirklich wahrgenommen, wertgeschätzt und zudem sogar noch weitertransportiert worden ist. Großer Dank dafür gilt der Journalistin der Süddeutschen Zeitung. Gestern waren unterhaltsamer Weise auch die Alphornbläser zur „Blasprobe“ im Tunnel. Schräge, sphärische und durchdringende (Mark und Bein) Klänge vom Feinsten. Den Besuch ihres Auftritts bei Töne im Tunnel am  19.9.14 kann ich nur empfehlen. Heute sollte es dann gelingen die Dampflok abzuschließen, an die Arbeit… 44090 Stand der Dampflok gestern gegen 2.00Uhr. Als Vorlage diente zur Orientierung ausnahmsweise ein Foto aus dem Handy Alphornbläser

Fortschritt in der Vergangenheit

DampflokzeichnungDie Arbeit an den am schlimmsten von Wasserschäden betroffenen Stellen schreitet gut voran. Inzwischen habe ich bereits die blau geprägte Komposition zusammenführen können. Und die Zeichnung für die Dampflokomotive, die die zentrale Position in der Historie einnehmen wird, ist gestaltet. In diesem besonderen Fall habe ich mal nicht aus dem Kopf gezeichnet, sondern mich an einer Fotovorlage aus dem Handy orientiert. Es gibt aber auch weitere gute Nachrichten: die Zeitungen, die bereits Berichte zum Tunnelblick veröffentlicht hatten, reagieren lieberweise auch auf den Spendenaufruf des Kultur Forum West und haben ihn mit einem Artikel veröffentlicht. Einige scheinen auch schon gespendet zu haben, das berichten mir vorbeischauende Passanten. Um ehrlich zu sein ist mir der Spendenaufruf ein wenig unangenehm, aber wenn er die einzige Möglichkeit für den Bezirksausschuss bleibt, das Projekt aufrecht zuerhalten und damit auch meine Fix- und Folge-Kosten weiter zu finanzieren (seit einem Monat arbeite ich ohne Entlohnung), muß ich ihn natürlich mittragen. Danke für diese Unterstützung an alle, die sie ermöglichen, einen Teil beisteuern und sich dafür engagieren. Und es bleibt mir jetzt  eine gewisse, zusätzliche  Grundspannung auf Montag erhalten, wenn erste Unterstützerdaten auf die Seite geladen werden und wir einen  Zwischenstand erfahren… Jetzt mache ich mich aber zunächst einmal besser auf in die Vergangenheit…

Tropf, Tropf, Tropf…irgendwie klingt dieses Geräusch anders als sonst…tropf, tropf, tropf…wird von Laut zu Laut bedrohlicher. Es kommt von der Regenrinne, die das Wasser eigentlich zum Ablauf im Schacht vor meinem Schlafzimmer im Southerrain führen soll, aber seit einiger Zeit leckt…Tropf, Tropf, Tropf…eigentlich immer ein wohliges Geräusch, das zu meist langsam in mein Unterbewußtsein sickert, um schließlich, im geistigen Zentrum angekommen, als Zeichen wahrgenommen wird, sich noch mal, schlaftrunken grunzend, tiefer ins wärmende Wohl meiner Bettdecke zu verkriechen. Heute nicht so… Tropf, Tropf, Tropf …Töne wie Nadelstiche…Ich schrecke auf. Verdammt! Es regnet in Strömen! Wäre ich Noah, würde ich jetzt langsam die Fahrscheine lösen. Mühsam quäle ich mich aus den Federn… der Kampf beginnt aufs Neue.  Aber besser von Vorne: gestern ein beschwingter Start in den Morgen. 9.30 Beginn des Projekts Wasserstop im Tunnel. Der ganze Tag gilt diesem Vorhaben, Malen ist heute vom Programm gestrichen, alle möglichen Materialien und Pulver sind auf dem Anhänger verpackt, einiges vorort im Lager vorbereitet. Schwere Geschütze werden aufgefahren, um den letzten 13 Metern Wand eine trockene Windel zu verpassen. Freunde kommen, leisten hohe unterstützende Einsätze, es wird gerührt, geschliffen, gespachtelt und gestrichen. Dann sind sie wieder weg. Einer, Joscha bleibt sogar den ganzen Tag lang, bis in den Abend, in die Nacht. Es wird spät. Pierre, der befreundete Architekt kommt vorbei und entschließt sich kurzer Hand auch noch mit anzupacken. Es wird geackert bis um 4.30. Schließlich scheint das Wunder perfekt zu sein, die ganze Stelle trockengelegt, nun muß nur noch der Betonputz trocknen. Wir räumen auf, der Tag ist um 5.30 abgeschlossen, wir grinsen zufrieden und Schlafsentzugsdebil. Nach dem Abschied falle ich nach 6 ins Bett, aber der nächste Morgen beginnt früh…Tropf, Tropf, Tropf…jetzt heißts schnell sein, Klamotten an, Lumpen gepackt, ab zur Wand, um die Alten gegen die Neuen auszutauschen. Um das Wasser vom frischen Putz fernzuhalten, der erst feste anziehen muß. Auf dem Weg begleiten mich üble Phantasien von durchs Bild strömende Matschkanälen. Und schließlich im Tunnel, der Seufzer der Erleichterung, sogar ein kleiner Jubelschrei: alles ist trocken, die Schicht hält, kein Tropfen Wasser ist auf der Wand zu sehen. WAHNSINN. Dann kanns wohl wirklich losgehen. Die nächsten Tage male ich den historischen Part Pasings in die Komposition.

Sturm im Wasserglas

Baustelle …und weiter geht`s auch in diesen Tagen an allen Fronten (aber im Unterschied zum Rest der Welt in friedlichen Absichten): viel Arbeit bereitet der Kampf gegen den Wasserschaden weiterhin, trotzdem konnte ich das Pasinger Zentrum oberhalb des Bahnhofs  und so auch einen weiteren Abschnitt der Gesamtkomposition abschließen. Begleitet wurde dabei die Malerei an der Baustellen-Szenerie erneut von einem sehr gelungenem Stehgreifkonzert. Die Band WeStGroovy von Stephan Mauser und Werner Priebe gaben wunderbare Gitarrenstücke zum Besten und unterstützten mich auf diese sehr inspierende Weise bei meiner Malerei. Ein Video zum Auftritt gibt es hier bald auch zu sehen. Jetzt stehe ich vor den letzten 13 Metern der Wand. Leider arge Meter, weil es sich um die vom Wasserschaden am übelsten betroffenen Stellen handelt und entsprechende Vorarbeit geleistet werden muß, aber was soll`s..auf geht`s beim Schichtl. Eine schöne Nachricht folgt auf eine schlechte: die finanziellen Mittel sind aufgebraucht (1.), aber (2.) das Kultur Forum West ruft jetzt seine Mitglieder, Pasinger Bürger und Unternehmen auf, das Projekt (und mich) finanziell zu unterstützen und zwar u.a. in Form der Verteilung sehr gelungener Karten mit Sujets aus meiner Arbeit. Über eure Unterstützung für Tunnelblick würde ich mich sehr freuen! Poskarte (abgebildet zwei der sechs Sujets, die die Postkarten zeigen)

Schallende vs. Wasserwellen

Am Wochenende stand weiterhin der Kampf gegen die Wasserschäden auf dem Programm. Wieder haben wir, in gewohnter Zusammenstellung, viele Stunden damit zu gebracht. Aber auch malerisch ging es gut voran.

Besonders inspiriert am Samstagabend, nach dem bewegenden Konzert der ASZ-Band (alle singa zam) und ihrer zahlreichen erschienenen Fans. Manche von ihnen hatte ich schon die Tage davor an der Wand beim Malen kennengelernt, für andere war es der erste Blick auf meine Arbeit. Weshalb ich gerne, in einer Pause zwischen den gespielten Stücken, eine kleine Führung in die Motive und Darstellungsformen gegeben habe, wobei  ich auf ein sehr interessiertes und begeisterungsfähiges Publikum gestoßen bin.

Der eigentliche Höhepunkt aber war das Konzert selbst. Die Musiker Christian Horbelt, Ernst Hofbauer und Johann Kaschubu (alle Gitarre und Gesang), sowie Antonia Hofmeier (Akkordeon) und Karin Oßwald (Akkordeon/Trommel/Flöte), sowie den Singers gaben sich, dem Publikum und der Akkustik des Tunnels in aller herzlicher und tongewaltiger Form die Ehre und spielten mit Klassikern wie Conquest of Paradise, Heute hier – morgen dort, Lady in Black u. a. Stimmung in die Röhre.

Und sie starteten bei mir die Initialzündung zu einer Nacht der langen Pinselstricherei mit etwas ganz Besonderem: dem Tunnelblues. Ein Stück das Christian Horbelt, der auch diesen tollen Auftritte der Band ermöglicht hat, sowie Ernst Hoffbauer extra zu meiner Arbeit im Tunnel geschrieben haben. Vielen Dank dafür!

Mir fehlen da a bisserl die Worte und deshalb stelle ich einfach das Video dazu hier ein. Nur soviel, die ASZ- Band wird den Tunnelblues (und andere Songs) auch bei der offiziellen Einweihungsfeier aufspielen …

Video zum Auftritt:

Martin Tunnel Blues

I bin schon 1000 Mal durch den Tunnel gfahrn
Mit´n Radl hin und her - seit vielen Jahrn -
Vor diesem Tunnel hat´s mir immer graut
Der war so grieslig, war so ganz versaut
Doch auf amal , da is a Wunda gschehn
So was ihr Leut habt ihr no gar net gsehn

A Szenerie von Pasing hat der Martin gmalt
A Wandbild, i hab gmoint i steh im Wald
A Kunstwerk prangt da mitten an der Wand
Gemalt von a wahnsinns Künstlerhand
Doch heut ihr Leut bleib bleib i verwundert steh
Wenn i die Buildl von dem Martin seh

Refrain:
Des is da Tunnel Blues (4x)
... des is da Martin Tunnel Blues , da Martin Tunnel Blues
Des is da Tunnel Blues, des is da Tunnel Blues
da Martin Tunnel Blues, ganz Pasing danken muss
des is da Tunnel Blues

Den ganzen Text gibt es bei der offiziellen Einweihungsfeier zu hören!

Die Hände schmutzig machen

So also sieht meine Hand nach einem ersten Waschgang aus. Und nach einem Abend munterer Malerei und dem Kampf gegen den Wasserschaden … schöne Farbkompositioon, vielleicht insgesamt a bisserl zu deutsch-lastig. Aber es geht voran: seit gestern fährt eine S-Bahn im Bahnhof ein, jetzt beginnt bereits ihr Metamorphose-Prozess …

dirtyhand

Ein stürmisches Wochenende

Es waren wieder ereignisreiche Tage. Den vom Wasserschaden betroffenen Wänden geht´s an den Kragen.  Materialbesorgungen und weitere Versuchsreihen, so wie Präparieren und Reparieren, mehrfaches Spachteln und Streichen standen auf dem Programm. Freiwillige Helfer waren mit vollem Einsatz dabei.

Speziell mein, durch das Projekt neu gewonnener Freund und Ansprechpartner vom Bezirksausschuss, Rüdiger Schaar, ließ es sich nicht nehmen und hat die wenigen freien Stunden, die ein Wochenende in seinem gut gefüllten Zeitplan bietet, darauf Tag und Nacht (3 x bis in die frühen Morgenstunden) verwendet. Und auch der nette Passant Joschka Müller, dem einfach die Arbeit sehr gefällt und der mich deshalb unterstützt, hat über Stunden sein Bestes gegeben. Und so bleiben die Erfolge nicht aus: große Flächen sind jetzt bereits bemalbar!

Auch an anderen Stellen ging es in großen Schritten weiter: die Pasinger Fabrik ist ausgestaltet, sowohl mit ihren breit aufgestellten Möglichkeiten, Kunstformen zu präsentieren, als auch mit ihrer historischen Erscheinungsform. Netterweise habe ich vom Haus dazu eine Karte für die Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini unter der Regie von Doris Sophia Heinrichsen bekommen.  Die Aufführung war sehr gelungen und ein willkommenes Kontrastprogramm. Danke dafür!

Gefilmt hat dann auch das Kamerateam von Knisterfilm weiter für die Dokumentation von Tunnelblick. Wie Tage zuvor auch wieder der Temponaut. Einen kleinen Vorgeschmack auf seine Umsetzung meiner Arbeit ist jetzt auf der Seite unter der Rubrik „Film“ einsehbar…

Matse ObermeierKameramann Matse Obermeier von Knisterfilm bei den Dreharbeiten

Rubine und Marie

… kamen zu Besuch und waren vom Ergebnis sehr angetan: Die Schwestern habe ich in meine Arbeit integriert.  Auch viele weitere Besucher und Freunde kamen und kommen dieser Tage. Das freut mich natürlich sehr. Und querende Passanten sprechen mich immer öfter und intensiver auf das Bild an und, das macht ein schönes Gefühl, bedanken sich bei mir.  Trotzdem oder deshalb arbeite ich jetzt verstärkt in den Nachtstunden, um konzentriert malen zu können.

Rubine und Marie

Merkur und Biber

Langer Tag im Kampf gegen die Wasserschäden. Material besorgt und weitere Testversuche gestartet. Zudem einen ausführlichen Artikel zum Tunnelblick im Münchner Merkur im Münchenteil vorgefunden und mich sehr über die positive Berichterstattung gefreut. Dann weiter an den Arcaden gemalt und die Arbeit schließlich fertiggestellt.

Spät nachts dann plötzlich unerwarteter Besuch: Der Biber schaut rein, setzt sich eine Zeit zu mir und betrachtetet und beschnüffelt eingehend die Bilder (speziell der Abschnitt mit der Blutenburg scheint bei ihm Gefallen zu finden). Danach verabschiedet er sich per Kopfsprung in die Würm. Leider konnte ich nur schwammige Aufnahmen machen. Aber das langt hoffentlich, um Skeptikern, die mir möglicherweise Bildrausch-Halluzinationen unterstellen, Beweise zu liefern …

Biberbesuch

… schon überlegt, ob ich ihn Justin nenne, aber das wollte ich dem sympathischen Gesellen doch nicht antun. Loki ist besser.

frei … alias nix gemacht = seltsam.

Der heutige Sonntag war dem Räumen zu Hause gewidmet, Chaos, Müll, Unerledigtes beseitigen …

Könnte da noch ein paar Sonntage dranhängen, um dem Herr zu werden, aber ein Anfang ist gemacht. Es ist auf jeden Fall ein eigenartiges Gefühl (Auftrag zu Hause weitergebracht), kaum einen Pinsel in der Hand zu halten – zumindest  im Moment.

Mein Unterbewusstsein kreischt mir unablässig Befehle ins Ohr, sofort die Arbeit an der Wand wieder aufzunehmen, bevor die Gesamtkomposition nicht durchdrungen ist. Da kann´s noch a bisserl länger zetern, wie`s scheint. Werde dem aber natürlich sobald wie möglich Folge leisten …

auf rollenden Treppen

Zunächst längere Arbeit an der neuen „Kaufrauschmeile“, den Pasinger Arcaden. Dabei war der Temponaut und hat das Detail im Zeitraffer gefilmt. Bin gespannt auf die Umsetzung. Derweil liegt die Pasinger Fabrik noch brach, sozusagen abgeschnitten von der Umwelt,  aber in den nächsten Tagen wird auch sie Anschluss finden …

Erster Wandtest und ein Probeauftrag im Kampf gegen den Wasserschaden. Netterweise hilft mir bei dieser Aufgabe in den theoretischen Ansätzen ein Architekt aus der Umgebung,  den ich bei diesem Projekt kennengelernt habe und mit dem ich mttlerweile befreundet bin. Praktische Unterstützung erhalte ich außerdem von einem von der Arbeit begeisterten Passanten, der nun immer mal wieder beim Grundieren hilft und zur Hand geht.

Danke an dieser Stelle hierfür, sowie auch an alle weiteren Unterstützer, die mich mit ihrer Leidenschaft für meine Arbeit antreiben und mit der Bereitstellung von Kaffee, Mahlzeiten, Trinken und Sonstigem für mein leibliches Wohl sorgen. Die langen Einsätze, meist zwischen 10 und 16 Stunden täglich, zeigen allerdings nicht nur an der Wand Wirkung. Manchmal muss ich mich deshalb regelrecht zu Hause hinausprügeln um weiter loszulegen …

Vorort ist von dieser  Problematik dann allerdings nichts mehr übrig, als der beseelte Wunsch auch den restlichen Abschnitten mit gleicher Intensität zu begegnen. Das Feuer brennt: Brauche mehr Farbe zum Löschen!

Rolltreppendetail

Mikrobe

… ein überfälliger neuer Eintrag, überfallartig nachgetragen: es gibt viel Neues zu berichten, die letzten Tage konnte ich intensiv malen.

Und so nimmt nun auch die Arbeit am zweiten Ein-Ausgang Gestalt an. Der Stil changiert hier ein wenig, ich arbeite farbiger, was der Idee der Umsetzungen an dieser Stelle entspricht. Aber auch die Konturenzeichnung ändert sich, die Striche sind weniger im Schwung gezogen, werden feiner und ich beginne teilweise mit Schraffur zu arbeiten. Dieses Morphen ist wichtig für die energiegeladene Gesamtkomposition.

Auch Seltsames gibts zu berichten: leider hat mir am Donnerstagabend jemand eine große Farbflasche geklaut. Sehr unschön und absolut dämlich. Was ich besonders schade finde ist, dass der dreiste Langfinger mich während des Einsteckens in ein Gespräch verstrickt haben muss, weil wegen der späten Stunde, bei der die Farbe zum Einsatz kam, nur noch wenige Passierende überhaupt in Frage kommen, mit denen ich mich allen unterhalten hatte. Inhaltlich ging es bei den Gesprächen zudem ausschließlich um Anmerkungen zu gelungenen Szenen im Bild. Dem Dieb gefällt also die Arbeit, aber er hindert mich durch sein hirnverbranntes Handeln daran, sie in Ruhe auszuführen. Scheint sich eher um einen geistigen Einzeller zu handeln.

Ansonsten weiterhin: allet jut!

Bratsche meets Pinsel

Das versprochene Foto zum Stegreifkonzert der Green Devils. Danke! Und ich freue mich auf die Wiederholung bei gutem Wetter!140726_Tunnelblick_KonzertStill_02

Hoher Besuch

Man beachte die Formenvielfalt: um mich herum kämpfen Spinnen wie die Sinne um die Vorherrschaft. Fische springen und schnappen nach Mücken, der Biber krault vorbei und eine Königin nimmt Platz an meiner bescheidenen Tafel.

Mit dem Malen geht es gut voran, der Kreislauf als Ursprungsquelle ist fast fertig und bald beginnt die Arbeit am anderem Eingang/Ausgang. Das Stehgreifkonzert der Green Devils, leider ins Wasser gefallen, aber dadurch atmosphärisch sogar noch unterstrichen, war  wunderbar einfühlsam und die Klänge waren angenehm inspirierend in der Entstehungsphase des Kreislaufs. Es freut mich sehr, dass noch ein weiterer Auftritt geplant wird. Bilder folgen.

Lybelle

Sachschaden

„Wie war Dein Tag?“ – „Frag besser nicht!“

Am Wochenende hat der Fahrradanhänger seinen Geist bzw. kurz nacheinander beide Räder „abgegeben: Achsenbrüche beim Antransport des Materials.

Heute ist dann auch noch der Kompressor ausgefallen. Alles abbauen, Ersatzteile holen und viele Stunden Malzeit (ohne h) verloren.

Tagebuch 2014-07-28

Anekdoten beim Werkstattbesuch

Heute netter Besuch von Mädels aus dem Bertold-Brecht-Gymnasium, die auch mit Anekdoten an mich herangetreten sind und sich intensiv die Arbeit angeschaut haben. Gut weitergekommen…

BBG
20140723_151607Ab heute beginnen gute zwei Wochen, in denen ich intensiv in die Materie Tunnel eintauchen kann. Der Start dieser Phase ist nach leichten Anlaufschwierigkeiten gelungen. Besuch von einigen „alten Bekannten“, die nun regelmässig vorbeikommen. Weiterhin animierende Resonanz, vielfach wird der Wunsch geäußert, ich solle doch bitte auch die am Wasser gelegene Wand gestalten. Im Moment noch ausreichend Fläche vorhanden, aber die Idee ist nicht schlecht.

Die Homepage geht online

Die von Frederik Nebas gestaltete Homepage geht ans Netz. Hier kann der Besucher im Tagebuch den Entstehungsprozess der Wandbilder „live“ mitverfolgen und in das Werk hineinzoomen. Kommentare zum Objekt und Anregungen sind willkommen im „Gästebuch“.
Frederik Nebas und Martin Blumöhr

Frederik Nebas und Martin Blumöhr

Oft wird bis spät in die Nacht gearbeitet:
Tagebuch-2014-07-20

In der Früh Besuch der Vorschulkinder aus dem Kindergarten vom Vincent mit Leitung beim Tunnel. In Begleitung von Knister Film. Danach Vincents Schul-Schnuppertag und anschließendes Sushi Essen. Nur noch zwei Tage, dann geht er mit seiner Mum in den Urlaub nach Norwegen – die intensivste Zeit des Projekts steht bevor – werde den Kleinen vermissen, freue mich aber darauf die nächsten Wochen, die volle Konzentration der Wand widmen zu können.

Insignien der ehemaligen Stadt

Das Pasinger Stadtwappen mit dem Zinnenturm auf der von der Würm umspülten Flussinsel findet seinen Weg auf die Wand: Pasinger-Turm

Heimturnier von Vincents Mannschaft. Während der Spiele anderer Mannschaften schminke ich die Kinder. Danach Malen bis in die Nacht, spät noch Besprechungen wegen der Internetseite und dem Blog.

Wasserschaden/Gutachten

Der Mitarbeiter vom Baureferat kommt um 8.00 Uhr in der Früh mit einem Gutachter, um den Wasserschaden zu überprüfen. Wir verbleiben, dass er die Möglichkeiten zur Abdichtung prüft. Allerdings dürfte es schwierig werden, direkt zu handeln, weil der Tunnel Eigentum der Bahn ist. Ich male also vorerst weiterhin die trockenen Wandabschnitte. Nach Lösungen wird gesucht.

Vernissage der Ausstellung Kreuzwort

im Kulturhaus im Oberbräu Holzkirchen.

17. Juli – 24. September 2014

MB Ausstellung Kreuzwort 140717_Tunnelblick_Still_06 140717_Tunnelblick_Still_05

Mit dem Kamerateam von Knister Film fahren wir an … und kommen nach einem Jahrhundertstau auf der Strecke – wie die meisten Besucher – eine Stunde zu spät an.

Chaotische, aber trotzdem gelungene Vernissage. Die Bilder aus verschiedenen Serien kommen in den alten gewölbten Gemäuern gut zur Geltung.  Den Gästen gefallen die Arbeiten. Elsie Marley unterstützt mich einmal mehr mit ihrer starken Stimme und einfühlsamen Texten.

 

Ausstellungsvorbereitungen

Finale Aufbaudetails der Ausstellung in Holzkirchen. Der Tag nimmt mich intensiv in die Pflicht, zum Malen komme ich danach fast nicht mehr. Lediglich ein paar Konturen kann ich noch nachziehen …

Beiträge zur Geschichtensammlung

Die 11. Klasse des Elsa-Brandstöm-Gymnasiums besucht die „Kunstbaustelle“.ELSA 11. Klasse

Chronologie

Nachdem ich es bereits einigen Passanten, vorwiegend erwartungsfrohen Kindern,  versprechen musste, ändere ich für dieses Ereignis meine Herangehensweise ein wenig, beziehungsweise richte sie auf den chronologischen Aspekt der Entstehungsphase aus: den Titelgewinn symbolisiere ich mit vier Blumen.

Zudem ein Gespräch im Alten-Service-Zentrum Pasing. Nach dem Essen lasse ich mir von Senioren interessante Aspekte vergangener Tage in Pasing erläutern.

Besuch im Alten-Service-Zentrum Pasing

Besuch im Alten-Service-Zentrum Pasing

Ein Tag Auszeit: Ich besuche mit meinem Bua die Kaltenberger Ritterspiele und Abend gibt’s das geschichtsträchtige Fußballfinale.

Der Junge und sein Vogel

Das ich jeden Tag so lange wie möglich intensiv arbeite, erwähne ich jetzt nicht immer wieder. Daneben kommt der guter Spezl wieder vorbei und hilft, diesmal mit der Flex, die Kalkablagerungen abzutragen. Das Kamerateam filmt den Prozess.140710_Tunnelblick_Still_06

Auch ist da noch ein ca. 10 jähriger Junge, der mit gutem Selbstvertrauen und zeichnerischen Talent auffällt. Er zeichnet einen Vogel und weil mir sein Auftreten so gut gefällt, lasse ich ihn die Zeichnung auf der Wand ausführen. Danach integriere ich ihn ins Bild. Wir sind beide sehr zufrieden.

Besuch der SZ

Es kommt eine sehr nette Reporterin von der Süddeutschen Zeitung bei mir zu Besuch. Sie steigt intensiv auf meine Arbeit ein und lässt sich auf die unterschiedlichen Aspekte des Projekts ein. Sie möchte auch einen Artikel darüber veröffentlichen.

Tagebuch 2014-09-07

Erster Besuch einer Schulklasse

Heute stattete mir die 2. Klasse der Jan-Amos-Comenius-Grundschule in der Kaflerstraße mit der Schulleitung und der Klassenlehrerin einen Besuch ab: „Vielen Dank […] Das war ein ganz nettes Treffen und für die Kinder sehr aufschlussreich.“ stand danach in der E-Mail.

Begegnungen

Intensiv weitergemalt. Lerne vor Ort interessante Menschen kennen. Neben den vielen Passanten, denen ich interessante Aspekte zu Pasing entlocken kann, passieren auch immer wieder lustige Geschichten, die ich direkt ins Bild einarbeiten kann.

Tagebuch 2014-07-06

Überrascht bin ich auch besonders über die netten Anwohner, die mich – wie bereits vor Start des Projekts vereinbart – mit Strom für meinen Kompressor und mit der Möglichkeit, Teile des Materials abstellen zu können unterstützen. Aber zudem mich auch häufig besuchen, geistig Anteil nehmen und mich hin und wieder mit Nahrung versorgen. Dazu kommt die außerordentliche Toleranz. Immer wieder werde ich auf meine Musik angesprochen und wo man die her bekomme. Nie eine Klage über zu hohe Lautstärke. Ganz fein, vielen Dank!

Besuch von einer Journalistin vom Pasinger Wochenanzeiger. Ihr gefällt das Projekt und sie möchte einen Artikel dazu veröffentlichen. Freut mich natürlich. Intensiv weitergemalt.

Resonanzkörper

Vincent hat ein Fußballturnier, er ist am Wochenende bei seiner Mutter. Die Tage muß ich intensiv nutzen und bin, wie bei seinen für das Projekt organisierten Übernachtungstagen bei der Oma ständig an der Wand, im Schnitt etwa 12-14 Stunden. Es geht gut voran. Auch die Resonanz um mich herum lässt mich das wissen. Vincents Mannschaft wird Dritter, er schreit fröhlich ins Telefon. 140711_Tunnelblick_Still_03Ich integriere ein Fußballspiel auf das Feld an der Planeggerstraße. Das ist entstanden, weil sich die kleine Arwen, ein liebes Mädchen, das mich mit den Eltern inzwischen des Öfteren im Tunnel besucht, eine Schnecken-Familie gewünscht hat – der Gedanke lag nahe, dass diese Schnecken auf der Suche nach Nahrung sind. Deshalb entstand im Hintergrund das Pasinger Erdbeerfeld mit Menschen beim Pflücken und anschließend die Feldszenerie.

Pasinger Knie

Das sagenumwobene „Pasinger Knie“ entsteht …

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Pasinger Knie

Pasinger Knie

Ton in Ton

Weiterhin an der ersten blauen Wand. Dann ein ausgesparter Abschnitt wegen des Wasserschadens.

Danach bleibe ich im Farbton. Habe beschlossen, die Wand mehr oder weniger in einzelne Farbabschnitte zu strukturieren, um mehr Raumtiefe beim vorbeigehenden Betrachter zu erzielen.

Der Kleine ist seit gestern bis morgen bei der Oma geparkt (inkl. Übernachtung). Wir telefonieren aber natürlich und er will mich bald besuchen kommen.

Ein langes und informatives Gespräch mit Herr Hasselwander aus dem Pasinger Stadtarchiv geführt. Begleitet von Knister Film, die die Dokumentation über das Projekt drehen. Konnte viele Dimensionen der historischen Stadt und des heutigen Stadtteils vertiefen und habe zudem einiges Neues in Erfahrung bringen können, so wie gutes Informationsmaterial an die Hand bekommen.140703_Tunnelblick_Still_01

Die erste Wand wird gestaltet:
Tagebuch-2014-07-02

Temponaut zu Besuch

Tagebcuh 2014-07-02

Von früh bis spät nachts gemalt. Der Filmemacher von Temponaut, der Filme in Zeitraffer dreht, kommt vorbei. Er möchte die Entstehung von Teilen der Arbeit dokumentieren.

Erster Bildkontakt

Habe heute mit dem Malen begonnen, als erstes mit einer Geschichte, die sich gestern Nacht ereignet hat:ein junger Kerl, vielleicht Anfag 20 hat mir des Nachts beim Weißeln über die Schulter geschaut. Auf Anfrage erklärt er mir, daß er das Wegmachen nicht in Ordnung findet und das Bild, über das ich gerade streiche, sei von ihm gewesen. Mir tat das wirklich leid und ich versicherte ihm, daß ich nicht nur beseitige, sondern die Wand mit kreativen Arbeiten weiter in Ehren halten werde. Im Verlauf des Gesprächs nimmt er mir das Versprechen ab, die Wand und ihre Bilder in meine Arbeit zu integrieren und ich erkläre ihm, daß auch er Teil des neuen Bildes wird. Deshalb male ich also ihn, natürlich abstrahiert, beeinflusst von seinem Umfeld, wie er mit verschränkten Armen hinter mir steht und mich, wie ich gerade die Wand streiche, mit meinem eigenwilligen Farbenvehikel im Vordergrund. Die Wand male ich dazu ins Bild mit Malereien die auf der echten Wand gesprüht sind. So bleiben die Arbeiten in einer Form erhalten und gewürdigt und ich schaffe den ersten Schritt in die Wand mit einer schönen Bild-in-Bild Situation.

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Phasen der Vorbereitung

Einige Stellen sind bereits abgetragen, andere haben wir ausgespart, die Kollegen wollen bald noch einmal helfen kommen, und wir wollen dann unser Werkzeug mit einer Flex nachrüsten, die Flächen sind zu umfangreich. Bis dahin geht’s erst einmal mit den anderen Flächen los. Die Wasserschäden an der Wand machen mir Sorgen. Wenn der Grund an sich schon nie richtig trocknet, wie soll das mit den Farben gelingen?

Auf jeden Fall kann´s jetzt losgehen: Heute eine extra lange Schicht eingelegt, um die Wand großflächig mit Tiefgrund vorzuarbeiten. Bis Abends trockenen gelassen. Der unsichtbare Auftrag zieht in die Poren und verfestigt die Wandstruktur, was zu besseren Halt der Farbe an der Wand führt. Ein erstes Gefühl für die Fläche, die da am Stück vor mir liegt: Knappe 100 Meter lang den Tiefgrund aufgetragen vorerst bis zu einer Höhe von ca 2,50 Meter. Schon a bisserl Schufterei. Aber eine geniale Atmosphäre. Düster und verwunschen in der Nacht, einfach nur sensationell hässlich am Tag. Dazu im Hintergrund die Würm mit ihrem ständigen Blubbern und Platschen, pulsierendes Leben im Nacken das da vorbeizieht. Erste Stellen geweißelt. Habe beschlossen das in kleineren Abschnitten anzugehen, damit ich nicht Nachtschattengewächse anziehe, die sich daran zu schaffen machen. Freue mich schon, wenn hier meine Arbeiten wie Unkraut über die Wände sprießen.

Abschlag

Das Problem gehe ich mit mir zur Hand gehenden guten Freunden an. Wir tragen die Stellen mit Spachteln, Hammer und Meißel ab. Die Schlacht beginnt. Das Problem raubt natürlich leider wertvolle Zeit im ohnehin knapp bemessenen Rahmen, aber der körperbetonte und an Minenarbeit erinnernde Prozess

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ist ein vortrefflicher Einstieg um sich mit der Wand vertraut zu machen. Ich beginne ab und an mit ihr zu reden und sie auf das gemeinsame Projekt einzuschwören. Vielleicht vernebeln mir aber auch nur die wallenden Staubwolken des abgetragenen Kalks den direkten Zugriff auf meine Synapsen …

Tropfstein

Der erste Tag an der Wand beginnt mit einigen Schwierigkeiten. Bei näherem Untersuchung der Wandstruktur erscheinen die Kalkablagerungen, die sich an einigen Stellen der Wand gebildet haben. Nachdem undichte Stellen an den Fugenkanten wohl seit einigen Jahrzehnten ungehindert Wasser an der Aussenwand entlang laufen ließen, haben die Ablagerungen doch einen größeren Schaden an der Wandsubstanz hinterlassen als zunächst angenommen. Wenn man sich den imposanten Aufbau näher betrachtet, kommen einem leise Zweifel, ob es wohl wirklich Jahrtausende gedauert hat, bis ganze Tropfsteinhöhlen entstehen konnten. Diese Stalagtiten hier haben das wohl in kürzerer Zeit hinbekommen:-) Hilft nix, die müssen abgetragen werden. Die Stellen sind porös und bei leichtem Schaben lösen sich sofort erste Schichten. Wir müssen sie loswerden.

Im Vorlauf des Projekts ab Beginn der Realisierungsphase

♦ Besprechung und Begehung des Tunnels mit der Kontaktperson des Baureferats

♦ Temponauten angeschrieben, die schon immer Zeitraffer-Aufnahmen über meine Arbeit machen wollten

♦ Kontakte mit Anwohnern hergestellt, damit ich Strom und Unterstellmöglichkeiten bekomme

♦ Treffen mit Dr. Rüdiger Schaar vom Bezirksausschuss zur Besprechung möglicher Pressekontakte und der Projektkoordination

♦ Diverse Quellen angezapft, um Pasing und seiner Geschichte auf die Pelle zu rücken

♦ Treffen mit Frederik Nebas wegen der Ausgestaltung einer Website mit dem das Projekt begleitendem Blog

♦ Mich mit den Jungs von Knister Film getroffen, die einen Dokumentarfilm über meine Arbeit machen wollen – Stelle ihnen Tunnelblick vor

Triste Ödnis

So sah der Würmtunnel vor Beginn der Kunstaktion aus: Tunnel vor Beginn Wenigstens Licht am Ende des Tunnels!